Mittwoch, 2. Mai 2018

Vitamin-C-Bomben auf dem Seemoorhof

Endlich ist der Frühling da! Nach dem März wagte ich es kaum zu hoffen. Aber die Zeichen sind deutlich. Der Frühling kam in diesem Jahr nicht sacht übers Land. Es schien, als wenn Pflanzen und Tiere regelrecht auf der Lauer lagen und losschossen, als es das Startsignal gab.


Frühlingskräutersuche

Von jetzt auf gleich war der Boden von Grün bedeckt. Das eine oder andere Pflänzlein schien mir bekannt. Aber: Was kann man davon essen? Was ist für die Pferde genießbar? Da ich die Pflanzen nicht genau bestimmen konnte, musste eine Kräuterkundige her. Diese hatte ich in Kerstin Leperski schnell gefunden. Bevor ich also den Spaten ansetzte, um "Unkraut" zu entfernen und Kulturpflanzen einzusetzen, machten wir uns auf die Suche nach den grünen Schätzen. Zwei Jahre war der Hof nicht bewohnt - das merkt man. Der Waldboden ist bedeckt von Giersch. Wir fanden wilde Möhren, Vogelmiere, Sauerampfer, Breit- und Spitzwegerich ... Es schien kein Ende zu nehmen. 

Meine Gemüseabteilung

Ich kann es noch immer nicht glauben: Auf unserem Hof ist quasi die Gemüseabteilung. Ich muss gar nichts einkaufen: Brennnessel und Giersch kann man beispielsweise wie Spinat verwenden. Die Brennnesselblätter fritiere ich auch gern. Das gibt leckere Chips. Die gerösteten Samen streue ich in den Quark oder vor dem Backen auf Brötchen. Giersch schmeckt im Salat oder - die nicht ganz jungen Blätter kann man kurz kochen - als Suppe. Der Geschmack ähnelt einer Mischung aus Möhren und Petersilie. Schmeckt mir sehr gut. :-)

Alle Blätter machen sich gut im Salat. Aber die Vogelmiere hat den Vogel abgeschossen: Die schmeckt nach grünen Erbsen. Da tauchen schon Rezeptideen auf. ;-)
Kartoffelsuppe mit Champignons und Giersch

Kartoffelsuppe

Während der Suppenzeit habe ich gern Kartoffelsuppe in einer Basisversion im Kühlschrank, die wir nach Lust und Laune "anhübschen" können.

Die Suppe besteht zu zwei Dritteln aus mehligkochenden Kartoffeln und zu einem Drittel aus Sellerie. Die gare ich - gut mit Wasser bedeckt und etwas Salz - in einem Schnellkochtopf. Das Ergebnis wird mit reichlich Sahne püriert. Dann wird's speziell: Man kann ganz klein geschnittene Möhren in die heiße Suppe schneiden. Die garen etwas an, haben aber noch gut Biss. Porree oder Frühlingszwiebeln, Champignonscheiben, geräucherten Lachs, Wurst - egal, jeder wirft hinein, was er mag. Ich esse diese Kartoffelsuppe auch gern mit grünem Spargel. Auf dem Foto sieht man die Suppe mit frischem, jungem Giersch. Dazu habe ich ein kräftiges Nussbrot mit Butter geröstet. Das war sehr lecker. :-)


Kräuter für die Pferde

Nicht alles, was uns Menschen hilft, ist auch für Pferde gesund. Eine Pferdeapotheke aus heimischen Kräutern zusammenzustellen, ist deshalb mein nächstes Ziel. Ich werde mich also das Jahr über weiter durch die Kräuter futtern - zum Wohle unserer Pferde. So kann ich die Vielfalt, die die Natur bietet nutzen, ohne landschaftsfremde Pflanzen ansiedeln zu müssen.

Manche Kräuter - wie Gundermann - wirken bei Pferden giftig. Andere müssen von uns etwas vorbereitet werden: Pferde fressen sehr gerne Brennnesseln. Diese müssen aber vorher abgeschnitten und etwas angetrocknet werden, damit sie nicht mehr brennen. 

Bevor du deinem Pferd Wildkräuter gibst, informiere dich über ihre Wirkung. Neben diversen Büchern gibt es auch viele Informationen dazu im Internet.

www.seemoorhof.de/seminare




Sonntag, 11. Juni 2017

Welche Haltungsform ist die beste für mein Pferd?

Eine neue Freundin?
Je mehr ich über Pferde lerne, desto kritischer werde ich. Wissen verändert. Auch ich kann mich dem nicht verwehren.

Als ich Madeira kennen lernte, war sie gerade nach sieben Jahren Weidehaltung in einen Stall mit Box und täglichem Weidegang umgezogen. Sie hatte große Probleme, sich dort einzuleben. Ihr fehlten nicht nur ihre Bezugspersonen und ihre Herde, sie konnte auch die Box - das Eingesperrtsein - nur schwer ertragen. Madeira hat während der ersten Wochen stark gewebt und war sehr unausgeglichen. Irgendwann wurde es besser. Aber richtig entspannt hatte sie sich dann erst auf dem Forstgut Rehrhof. Sie wurde liebevoll betreut, hatte eine wirklich große Box, die täglich komplett gemistet wurde. Auch Pferde mögen es sauber. Im Übrigen ist die Matratzenstreu nicht nur schlecht für die Hufe, weil die permant in einer Ammoniaklauge stehen. Sie ist einfach zu weich, um dem Pferd physiologisch gut zu tun.

Bei meiner weiteren Stallsuche schied somit das Modell Box-Weide/Paddock aus. Ich konzentrierte mich jetzt auf Offenställe. Die gibt es aber in allerlei Spielarten:

Sommerweide

Endlich in der neuen Herde
Die Pferde stehen von Mai bis Oktober auf einer Weide. Sie können sich dort frei bewegen, haben Wasser und frisches Grün. Selten haben sie aber die Möglichkeit, sich unterzustellen. Auf manchen Weiden stehen große, alte Bäume, die Schutz bieten, aber meist steht die Herde in der Gegend herum. Auf einem Hof fragte ich nach einer Unterstellmöglichkeit bei starker Sonne oder Unwetter. Da wurde mir gesagt, dass sie so etwas tatsächlich mal hatten, aber die dominanten Pferde hätten den Rest der Herde am Unterstellen gehindert, so dass die Hütte wieder abgebaut wurde. Offensichtlich ist hier niemand auf die Idee gekommen, eine zweite oder dritte Unterstellmöglichkeit anzubieten. 

Manchmal frage ich mich wirklich, ob wir Menschen vernunftbegabte Wesen sein.

Aktivstall

Der Aktivstall schien mir die nächstmögliche Alternative. Die Pferde haben freien Zugang zu allen möglichen Plätzen, erhalten ihr Futter elektronisch gesteuert. Aber: Pferde sind nicht doof. Auf dem Rehrhof hatte Madeira auch schnell begriffen, dass das 12-Uhr-Läuten Abmarsch in Richtung Stall und Heu bedeutete. Und die Pferde im Aktivstall lernen auch schnell, dass es das Futter an einer betimmten Stelle gibt und warten dann dort so lange, bis der Chip wieder aktiviert ist. Wozu lange wandern, wenn man nur die Zeit totschlagen muss?


Paddock-Trail

Vor zwei Wochen ist Madeira zur Herde der Stute meines Mannes umgezogen. Hänger kam nicht in Frage, weil sie immer noch nicht ganz alleine hinein ging. So entscheid ich mich, die knapp 20 km als Wanderreiterin zu überwinden. Das lief ganz ausgezeichnet. Auf dem Weg konnte ich beobachten, wie Pferde wandern. Während ich neben Madeira herlief, nahm sie hier und da ein oder zwei maulvoll Grünes und ging dann weiter. Sie kaute im Gehen. Sowie ich auf ihrem Rücken war, graste sie nicht mehr. Sie kann das offensichtlich klar differenzieren. Pferde grasen auch in der freien Wildbahn während des Wanderns. An besonders leckeren Stellen verweilt die Herde etwas länger, bevor es weiter geht. Nach diesem Prinzip ist ein Paddock-Trail konzipiert. Die Pferde laufen auf einem endlosen Pfad, an dem sie an verschiedenen Stationen ihre Bedürfnisse befriedigen können. Futterstation, Sandbad, Wasserstellen und Unterstellmöglichkeiten wechseln sich ab. Die Futterstationen sind mobil, so dass man auch hier Variable hat. So können die Pferde gar nicht erst solche Marotten, wie oben beim Aktivstall beschrieben, bilden können.


Fazit: In unserem dicht besiedelten Land ist nach meinem jetzigen Kenntnisstand der Paddock-Trail allen anderen Haltungsformen vorzuziehen. Die Suche geht weiter.


Madeira ist im Offenstall angekommen und scheint wirklich glücklich zu sein. Schau selbst ...





Freitag, 31. März 2017

Einfach mal nur sein

Einfach mal nichts tun
Manchmal ist man einfach so in der Routine, dass man gar nicht mehr wahr nimmt, welchem Druck man stand hält. Um so wichtiger, einfach mal nichts zu tun. Das fällt zumindest mir nicht immer leicht. 

Das fing schon in der Kindheit an. Da ist der Mensch ja am ehesten noch fähig, einfach so mal nichts zu tun. "Träumst du?" "Hast du nichts zu tun? Du könntest mal aufräumen (wahlweise lernen oder andere sinnlose Tätigkeiten ausführen)." In der Schule ging es dann so weiter. In den sogenannten Pausen hetzte ich von Fachraum zu Fachraum. Wenn ich später im Job im Tun mal innehielt und nachdachte oder einfach nur vor mich hin stierte, kam bestimmt eine "nette" Kollegin - oder wahlweise Kollege - daher und fragte, ob ich nichts zu tun hätte. Leute, lasst das sein! Irgendwann muss man sein Gehirn doch leeren. Sogar mein Notebook nimmt sich die Zeit für Updates. ;-)

Gestern war so ein Tag, an dem mir meine Hatz mal wieder bewusst wurde. Eigentlich muss ich einen Tag zurückgehen. Ich kam am Vortag erst gegen 18 Uhr zum Stall, und Madeira war das letzte Pferd auf dam Paddock. Ich holte sie also runter zum Putzen. Sie war aber so hampelig, wie ewig nicht mehr. Ich schob es auf die Mondphase. ;-) Hunger und Durst konnte sie nicht haben, da auf dem Paddock noch Heu lag und die Selbsttränken nicht eingefroren sein konnten. (20 C) Da sie sich grundsätzlich bei mir sicher fühlt, konnte auch diese Grundbedürfnis nicht gefährdet sein. Ich hatte keine Erklärung - bis auf die Mondphase.

so geht Entspannung
Gestern wollte ich mal ausprobieren, ob sie vielleicht doch Hunger hat, wenn sie vom Paddock kommt. Ich habe sie also in die Box gestellt und wollte so lange warten, bis sie mit dem Fressen fertig ist - egal, wie lange das dauert. Während der Zeit saß ich entspannt in ihrer Boxentür und genoss das schöne Wetter. Nach etwa zwanzig Minuten war sie mit dem Fressen fertig, trank dann noch gefühlt einen See leer und war bereit für neue Abenteuer. :-) Ich habe sie lange und ausgiebig geputzt, sorgfältig das verklebte Winterfell an den Ellenbogen sauber gepult, gründlich das Fett von der Schweifrübe in die Haare gebürstet. Danach bisschen Bodenarbeit, damit der Motor ansprang und dann einen schönen Ausritt genossen. Mein Pferd lief wie 'ne Eins!

Fazit: Es lohnt sich, Zeit zu investieren, um bessere Ergebnisse zu erlangen.

Ist die Welt nicht schön?

Donnerstag, 16. Februar 2017

Der goldene Schnitt - Lutterloh sei Dank

Der Schnitt sitzt - ist ja auch ein goldener ;-)
Gestern war es mal wieder soweit: Inspiration Dinner. Ich streife dann mit Anemone und Christina durch Hamburg auf der Suche nach Inspiration. Danach lecker essen und ganz viel Mädelsgequatsche. 

Vor ein paar Tagen - wir waren in der Karstadt-Stoffabteilung auf Beutesuche - entdeckten wir dort Werbung für einen Zuschneidekurs. Der Aushang versprach, dass man in sehr kurzer Zeit ausgesprochen passende Schnitte würde produzieren können. Hast du das nicht auch schon x-mal gehört? Ich habe jedenfalls alles mögliche ausprobiert, um das Schnittproblem zu lösen. Leider häufig mit dem Ergebnis, dass mir der Brustabnäher unter dem Kinn saß. Fakt ist: Schnitte sind nicht besser als Konfektion. Sie orientieren sich schließlich auch an Modellen. Aber wer hat schon Modellmaße? Brust zu klein, Bauch zu rund, Hintern zu flach? Gruselig, wenn ich daran denke, was das bedeutet, wenn man einen "normalen" Schnitt anpassen muss. Irgendwann habe ich aufgegeben und mir ein Buch über die Konstruktion von Damenkleidung zugelegt. Ich habe gefühlt 100.000 Maße aufgenommen, mir eine Exceltabelle gebastelt, die die fehlenden Daten errechnet und den Esstisch mit Beschlag belegt, um meine Zahlen mittels Bleistift und diversen Linealen aufs Papier zu bringen. Das Ergebnis war ein exakt passender Schnitt. Die Freude war groß. Der erste Rock schnell genäht. - Der Neid meiner Freundinnen war mir gewiss! :-)


Meine Taille ist unentschlossen

Kritischer Blick in die Unterlagen
Leider ist mein Körper sich nie so ganz sicher, welches Taillenmaß ihm besonders gut gefällt. Er probiert alles aus: größer, kleiner, vielleicht auch mal eine Weile Stagnation. Fakt ist: So ein Schnitt passt nicht ewig. Also wieder neu malen. Das ist wirklich aufwändig - aber am Ende sitzt das Kleidungsstück. Deshalb ist es sicherlich nicht verwunderlich, dass uns dieser Zuschneidekurs nicht geflasht hat. Zuschneiden konnten wir, nur mit dem Anpassen des Schnitts an unsere Topografie hakte es etwas. Letztlich war es Anemones Göttergatte, der uns mit dem Hinweis auf: "ohne irgendwelche Vorkenntnisse" auf diesen Kurs verwies. Wir trotteten also brav zu Karstadt, nahmen in den Zuschauerreihen Platz und warteten auf die Dinge, die da kommen sollten. Ein  Herr verteilte Flyer mit Miniaturschnitten und vielen Zahlen darauf. Na, Bravo: Bin ich jetzt in einen neuen Zeichenkurs geraten?



Ja, ich bin die 114!

Skeptischer Blick? Sitzt der Brustabnäher?
Der nette Herr begann mit seiner Präsentation und, oh Wunder, es hörte sich ganz logisch an, was er da von sich gab. Aus der Tiefe meines Gedächtnisses schob sich ein beängstigender Gedanke an die Oberfläche. Mein Mann hatte mich schon mal auf dieses Lutterloh-System aufmerksam gemacht. Ich hab's vom Tisch gewischt. Das konnte ja gar nicht funktionieren, wenn die Schwerkraft immer stärkeren Einfluss auf den Körper gewinnt! Als der nach wie vor nette Herr also nach einer Freiwilligen fragte, hielt mich nichts mehr auf meinem Stuhl. Ich war bereit, vor der gesamten Karstadtbelegschaft und den sich zur Zeit in der Stoffabteilung befindlichen Kunden zwei meiner Körpermaße offenzulegen. Jawohl: Ich bin die 114! Und das ist gut so! :-) Ich wollte jetzt wissen, ob dieses System hält, was es verspricht. Es fällt mir doch noch etwas schwer, das zuzugeben, aber es funktioniert. Der Brustabhäher saß da, wo ich ihn am liebsten habe. Ich habe auch gelernt, wie ich ihn ohne Probleme an ganz andere Stellen des Kleidungsstücks verlegen kann. Warum habe ich nicht auf den Mann gehört, den mir das Schicksal - vermutlich in weiser Voraussicht - an die Seite gestellt hat? Meinen Ehemann. Wie viel Frust hätte mir das gespart? Und das nicht nur beim Nähen, aber das sind andere Geschichten. ;-)


Der goldene Schnitt mit dem Lutterloh-System


Keine Frage! Wir haben umgehend das Plastik gezückt und dieses Wunderwerk erworben. Mit dieser Beute haben wir uns in das nächst greifbare Restaurant verzogen und geschmökert. Das war wie Weihnachten und Geburtstag an einem Tag! Da ich ja gerade Geburtstag hatte, war dies ein verspätetes Geschenk. YEAH! Neben Damen- gibt es auch ansprechende Herren- und Kinderschnitte. Das verspricht Nähabenteuer ohne Ende. Ich werde also gleich heute besagte Karstadt-Stoffabteilung aufsuchen und dort Material für mein erstes Projekt erwerben. :-)

WENIGER Stress beim Zuschneiden ist MEHR Spaß beim Tragen der Kleidung!




Prüfen der Beute - morgen wird Stoff gekauft!





Dienstag, 17. Januar 2017

Muskeltraining entlastet die Fußgelenke

Vor elf Monaten habe ich meine Schuhe ausgezogen. Das war schon ein großer Schritt, denn ich musste mich nicht nur den eiskalten Fliesen in unserer Küche stellen, sondern auch meinen Ängsten.

ein starker Rumpf entlastet die Gelenke
In verschiedenen Communities habe ich von anderen Umsteigern gelesen, die mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hatten. Inzwischen ist es mir egal, was meine Mitmenschen - möglicherweise - über mich denken könnten. Das Gefühl, die Füße frei bewegen zu können, genauso wie meine Hände, ist einfach großartig. :-)

Ich habe nicht nur ein anderes Verhältnis zu den Fliesen in unserer Küche, sondern auch keine kalten Füße mehr, so dass ich sehr gut schlafen kann. (Über all diese Dinge habe ich in älteren Posts bereits berichtet.) Besonders gut getan hat meinem Körper die Rückbesinnung auf den Ballengang. Denn während beim Aufsetzen mit der Ferse ein Knall nicht nur durch die Wohnung, sondern auch durch meinen Körper geht, können Ballen und Mittelfuß den Aufprall aufgrund ihrer besonderen Konstruktion sehr gut kompensieren und die Energie ableiten. Die Stellung meiner Oberschenkel in den Hüftgelenken hat sich gebessert, meine Knickfüße sind verschwunden. Ich habe ein ganz anderes Körpergefühl. Das wiederum hat mich dazu gebracht, wieder regelmäßig Sport zu treiben. Die Knochen hängen ja nicht an dem Skelett, um uns bestimmte Verrichtungen durchführen zu lassen, z. B. eine Tasse anzuheben. Die Muskeln stützen das Skelett und richten unseren Körper auf. Es fühlt sich einfach gut an. Durch ein spezielles Training wird die gesamte Muskulatur stimuliert. Das kann ich gut beim Treppensteigen merken. Ich schiebe meinen Körper nicht mehr mit der Kraft der Beine in die Höhe, er schnellt irgendwie auf die nächste Stufe. Ich fühle, dass dabei meine gesamte Rumpfmuskulatur arbeitet.

Durch die bessere Grundspannung der Muskeln werden die Gelenke entlastet. Das ist für mich als Barfüßer sehr wichtig, denn die Sprunggelenke sind ohne die Federung der Schuhe einfach stärker belastet. Seit ich wieder trainiere habe ich keine Probleme mehr mit schmerzenden Fußmuskeln und -gelenken.

So, jetzt muss ich aber los: 30 Minuten Poweryoga. :-)

Montag, 9. Januar 2017

Noch lange nicht ausgebrannt

Weihnachtskerzen neu beleben

Die Weihnachtsdeko ist abgebaut, die Tannennadeln sind aufgefegt, das Wachs ist vom Fußboden abgekratzt. Jetzt bleibt nur noch die Frage, was mit den Kerzenresten passieren soll.

Ich habe im letzten Jahr bereits damit begonnen, Kerzenstummel - auch die von den Baumkerzen - einfach in einem großen Glas zu sammeln. Jetzt habe ich mich endlich mal daran gesetzt, die alten Kerzenreste wieder zum Leuchten zu bringen. Dabei kann man sich so richtig austoben. Öle oder Kräuter geben beim Abbrennen der neuen Kerzen ihre Duft in die Umgebung ab. Denkbar wäre eine Anti-Mücken-Kerze mit Lavendel oder Zitronengras. Aber auch Zimt- oder Orangenöl können in das noch flüssige, aber abgekühlte Wachs gemischt werden.

Beim Wachsgießen sind auch viele Möglichkeiten der Farbgestaltung möglich. In halbflüssiges Wachs kann man ein andersfarbiges Wachs einrühren, so dass man einen Marmoreffekt erzielt. Man kann die verschiedenfarbigen Wachse Schicht für Schicht gießen, wobei die vorherige fest sein sollte. Man kann das Glas ankippen und das Wachs so geneigt erstarren lassen. 


Was auch immer du mit deinen alten Kerzen anfängst, du kannst ihnen neues Leben einhauchen und dich noch lange an ihrem Licht erfreuen.



Wachs schmelzen und neu gießen

Wachs schmelzen

 Zuerst das Wachs schmelzen. Ich habe es hier direkt in den Gläschen, in denen sie zur Neige gingen, auf den Ofen gestellt. Ein Backofen geht auch. Ich habe festgestellt, dass die Dochte vieler Kerzen nicht durch die gesamte Kerze reichen und so wirklich viel Wachs unabgebrannt übrig bleibt.

Ich hatte mal fertige Dochte gekauft, die aber natürlich nicht wiedergefunden, als ich sie für mein Projekt brauchte. Also habe ich mir selbst welche "gebaut". Dafür habe ich Baumwollhäkelgarn gewählt. Solches, aus dem man in der Schule Topflappen häkeln musste. Synthetikgarne sind nicht geeignet. Mit Wollfäden habe ich keine Erfahrung. Die Fäden können gut 50 % länger sein, als die Kerze später hoch sein soll.  



Den Faden habe ich in dem flüssigen Wachs getränkt und abkühlen lassen.



  



Mit einem Gefrierclip kann man ihn gut ins Glas hängen und mittig positionieren.


Zuerst nur eine dünne Schicht flüssiges Wachs ins Glas gießen und fest werden lassen. So hat der Docht schon etwas Halt, bevor die nächste Schicht kommt.















Jetzt nach Belieben weiteres Wachs hineingießen - in verschiedenfarbigen Schichten oder in einem Rutsch. Reste von verbrannten Dochten kann man mit einem Sieb abfiltern.















Fertig sind die neuen Kerzen. :-)

Sonntag, 30. Oktober 2016

Milch selbst verarbeiten - lecker und ursprünglich

Milch ist eklig! Schon als Kind bekam ich sie nur schwer durch den Hals. Wenn dann auch noch Haut drauf war ... Also trank ich keine. Statt dessen gab ich mich Käse, Joghurt & Co. hin. Mit der Geburt meiner Kinder musste ich mich der weißen Widerlichkeit wieder stellen. Jedes Milchkochen während der Schwangerschaft wurde ein Wettstreit zwischen Kind-mit-Milch-versorgen und dem Wunsch, schnell dem Würgen ein Ende zu setzen.

Seit ein paar Wochen holen wir die Milch frisch vom Bauern. Manchmal ist sie noch ganz warm. Ich wollte einfach mal probieren, wie das Butter- und Käsemachen geht. Wo die Milch schon mal da war, habe ich einen Finger in den Rahm gesteckt und abgeschleckt. Gar nicht mal so übel! Logisch, Sahne mag ich ja. In meiner Erinnerung war in der Flasche auf der Milch oben immer eine dicke harte Schicht, die sich total eklig fand. Die Milch kann bei uns zu Hause jetzt einige Tage im Kühlschrank stehen. So fest wie in meiner Kindheit, habe ich die Rahmschicht noch nicht wieder vorgefunden. Sie ist immer cremig. Damit war der Schritt zum Milchprobieren auch nicht mehr weit. Zuerst habe ich sie in Haferbrei probiert. Dabei habe ich darauf geachtet, dass sie nicht kochte, sondern nur heiß wurde. Das Ergebnis war ein cremiger, leckerer Haferbrei. Ich wurde mutiger und nahm einen winzigen Schluck. Das war unglaublich! Die Milch war cremig, umschmeichelte samtig den Gaumen und schmeckte süß. Ich weiß jetzt nicht, wie viel Fett diese Milch enthält, aber der Unterschied zu verarbeiteter Milch ist leicht zu erkennen. Wirklich ein Unterschied von Tag und Nacht. 

Es gibt ja viele Prozesse, die die Milch bei der Vorbereitung für den Verkauf durchlaufen muss: Beim Bauern wird sie nach dem Melken in einen Tank gegeben und bei stetiger Kühlung gerührt, bis der Tankwagen kommt und alles abpumpt. In der Molkerei wird die Milch erhitzt. Für homogenisierte Milch werden außerdem die Fettmoleküle zerkleinert, die Milch wird mit Ultraschall behandelt ... Was spricht dagegen, dass Milch aufrahmt? Einfach schütteln, und das Fett ist wieder in der Milch verteilt.

Wir haben inzwischen Sahne, Butter, Buttermilch, Butterfett und Frischkäse hergestellt. Alles sehr lecker! Die Rezepte und Videos werde ich hier veröffentlichen.


Dienstag, 18. Oktober 2016

Ran an die kalte Jahreszeit - barfuß kein Problem

Jetzt ist es nicht mehr zu leugnen: Der Herbst kommt! Ich wurde jetzt auch schon öfter gefragt, wie ich mich auf die kalte Jahreszeit vorbereite. Vorbereiten? Naja, ich laufe halt barfuß. Der Körper passt sich den neuen Gegebenheiten schon an. Man muss ihm nur die Chance dazu geben. Wir hatten heute Morgen 8,5 °C und kleine Pützen vom gestrigen Regen. Und ich muss sagen, meine Erfahrung aus dem Februar, als ich mit dem Barfußlaufen gestartet bin, hat sich bestätigt: Wenn es kalt genug ist, fühlt sich das Pfützenwasser ganz angenehm an. ;-) 

Um sich auf die kalten Temperaturen vorzubereiten, muss man sich diesen also einfach nur aussetzen. Ich gehe gern ums Haus, durchs kalte, nasse Gras. Morgens weckt mich das, abends bringt es mir den Extra-Kick Wärme. Ich habe, seit ich vor zehn Monaten mit dem Barfußlaufen begann, im Bett keine kalten Füße mehr gehabt. Ich schlafe seitdem logischerweise viel besser. Kalte Füße zählen meiner Meinung nach zu den größten Übeln im Leben eines Menschen. Blöd, wenn man dagegen nichts unternimmt. ;-) 

Was mache ich noch? Ich sehe zu, dass die Hornhaut immer schön glatt ist. Dann kann sich kein Dreck in irgendwelche Risse setzen und man braucht die Füße tatsächlich nur abzuwischen und muss nicht schrubben. Ideal ist dafür eine Hornhautfeile. Die wird trocken benutzt. Super! :-) Außerdem achte ich darauf, dass ich warm angezogen bin. Gerade am Beginn des Tages, wenn alle System noch nicht so ganz hochgefahren sind, hilft das gegen das Auskühlen. Auf Schnupfen kann ich echt verzichten.

Es gibt natürlich auch Tage, da können mich alle mal. Da möchte ich mich einfach zurückziehen und ganz eingekuschelt sein. Da ziehe ich dann meine selbstgestrickten Wollsocken an. Die haben genügend Weite, dass sie den Fuß nicht einengen. Er bleibt schön warm, und ich habe die nötige Abgrenzung gegen die kalte Welt da draußen. ;-)

Meine Schuhe habe ich nicht alle weggeworfen. Manchmal ziehe ich meine Highheels an. Aber ehrlich? So richtig Spaß bringen mir die nicht mehr. Alles eng und unflexibel. 

In der letzten Woche bin ich das erste Mal beim Zumba gewesen. Das wird in unserem Sportverein angeboten. Ich hatte mal Lust, was Neues auszuprobieren. War für meine Füße ganz schön anstrengend. Keine Blasen oder so. Ich habe ja schon ziemlich feste Haut, aber meine Sprunggelenke haben "HURRA" geschrien. Das war eine ganz schöne Herausforderung. Es wurde viel gesprungen. Bei den Tanzschritten kommt man ja auch besser weg, wenn man auf dem Ballen steht. Da mussten die Muskeln und Bänder im Fuß ordentlich was leisten. Da gönne ich ihnen dann später auch meine Croc, darin können sie sich mal so richtig fallen lassen. Auch ein warmes Fußbad ist angenehm.

Fazit: Die kalte Ganzkörperdusche muss man sich nicht antun - außer man steht darauf - die Füße regulieren die Temperatur für den Körper. Den Rest des Körpers schön warm anziehen und losgehen. Und: Immer schön auf den Körper hören. Nichts erzwingen. Wenn die Füße eine Pause brauchen, muss man sie ihnen geben, sonst machen sie's nicht mehr lange.


Dienstag, 11. Oktober 2016

Wenn der kleine Hunger kommt ...

Das Abendessen war verspeist, aber mein Liebster zeigte noch diesen gewissen Blick. Du weißt schon, irgendetwas fehlt noch, damit man so richtig zufrieden ist, aber man traut sich nicht, es auszusprechen. 

SIE: Na, komm' schon, was willst du noch essen?
ER: Wir haben doch noch Kirschen, oder?
SIE: Ja.
ER: Kirschen mit Vanillepudding, das wäre es was.
SIE: Soll ich dir Pudding kochen?
ER: NEIN. Natürlich nicht. Aber wäre lecker ...
SIE: steht auf und kocht Pudding.

Soweit so gut. Aber am nächsten Tag stand noch die Hälfte von dem Pudding im Kühlschrank. Also schon wieder ein Rest, den ich nicht verkommen lassen wollte. Was kann man also mit einem Schälchen Vanillepudding machen? Essen. Aber kann man es auch noch in einem anderen Gericht verwenden - als Zutat?

Apfelstrudel mit Vanillesauce! Genau. Mein Mann isst am liebsten den Apfelstrudel im Blätterteig, aber dafür hatte ich nicht genug Butter im Haus. Deshalb habe ich einen einfachen Strudelteig geknetet. Äpfel hatten wir ja reichlich da, und unsere Rumrosinen sind auch noch nicht wesentlich weniger geworden.





Apfelstrudel mit Vanillesauce

So wird's gemacht:

Für den Teig:
250 g Mehl, 1 kleines Ei, 1 Esslöffel Butter oder Schweineschmalz, 6 Esslöffel lauwarmes Wasser (aktiviert den Kleber im Mehl), 1 Esslöffel Essig

Alle Zutaten zu einem Teig verkneten, eine Kugel formen, dünn mit flüssiger Butter bestreichen und an einem warmen Ort etwa dreißig Minuten ruhen lassen. Danach den Teig auf einer bemehlten Fläche sehr dünn ausrollen. - Man sollte eine Zeitung dadurch lesen können, so weit treibe ich es aber nie. ;-)

Für den Belag:
6 mittelgroße Äpfel, 5 Esslöffel Rumrosinen, etwas Butter, gehackte Haselnüsse, Semmelbrösel

Die Äpfel schälen und in kleine Stücke schneiden, mit den Rumrosinen und den gehackten Haselnüssen vermengen. Den ausgerollten Teig dünn mit flüssiger Butter bestreichen und mit dem Semmelmehl bestreuen. Die Apfelmasse auf den Teig geben, die Ränder dabei frei lassen und über die Apfelmasse klappen. Jetzt vorsichtig den Strudel aufrollen, und mittels Backpapier auf ein Blech legen. Jetzt noch den Strudel mit flüssiger Butter oder Schweineschmalz bestreichen und ab in den auf 180 °C vorgeheizten Ofen (Umluft). Nach etwa 30 Minuten war mein Strudel fertig.

Für die Sauce:
Den restlichen Vanillepudding habe ich mit Vollmilch verlängert und aufgeschlagen. Noch etwas gemahlene Vanille hinzu - fertig!

Das war ein wirklich leckerer Strudel - fand ich. Mein Mann fand ihn zu fad. Ich hatte keinen Zimt mehr im Haus. :-( Aber Äpfel immer in Verbindung mit Zimt zu essen, finde ich langweilig. Deshalb werde ich beim nächsten Mal etwas Ingwer unter die Apfelmasse geben. Das wird bestimmt ein Geschmackserlebnis. :-)

Wie viele Klingen braucht der Mensch?

Mein Mann und ich saßen mal wieder gemütlich auf dem Sofa, um uns einen Film im Fernsehen anzuschauen. Das machen wir nicht mehr allzuoft, da uns die Werbung nervt und wir selten interessante Beiträge finden. Wie auch immer - es war Werbepause. Ein im Gesicht eingeschäumter Mann produzierte sich auf dem Bildschirm und entfernte sich seine Stoppel - ich bezweifle, dass er welche hatte, aber das ist ein anderes Thema - mit einem Rasierer der sechs (?) Klingen hatte. Egal, ob vier, fünf oder sechs: Wer braucht mehr als eine Klinge? Wie soll das gehen? Wo ist der Sinn? Warum soll man so viele Klingen benutzen, wenn eine ausreicht?

Wir fanden dafür keine Erklärung und ließen diese Botschaft einfach mal im Raum stehen. Bis gestern Abend! Da wurde doch tatsächlich ein One Blade Rasierer angepriesen! Hatten wir das nicht schon mal? 

Mein Vater hatte früher so einen Rasierapparat, in das eine Rasierklinge gesteckt und unten eine Stiel drangeschraubt wurde. Für die Klingen gab es noch eine Apparatur zum Schärfen, so dass man die mehrfach benutzen konnte. Mein Mann benutzt ein Rasiermesser, dass er auf mit Riemen und einem Schleifstein scharf hält. Ich muss sagen, beide Männer hatten nach der Rasur immer sehr glatte, stoppelfreie Haut.


Wer in aller Welt braucht man mehr als eine Klinge zum Rasieren?

Sonntag, 9. Oktober 2016

Apfel, Tausendsassa!

Vitamine für den Winter speichern

Jetzt ist der Boskop reif. Endlich! Unsere Küche wird jetzt wieder zum Schlachtfeld, denn inzwischen ist auch mein Mann ein Resteverwerter. Manchmal schaut er mich kopfschüttelnd an, aber grundsätzlich findet er die Idee interessant, die Lebensmittel bis zum letzten Bisschen zu verwerten. 





Madeira hilft bei der Ernte
So haben wir uns also aufgemacht, Äpfel zu pflücken. Eigentlich wollte ich diese im Keller einlagern, damit wir auch in den nächsten Wochen welche für unsere Pferde haben. Als ich abends strickend vor dem Fernseher saß, drang leise das Geräusch unseres Slowjuicer an mein Ohr. Das konnte nur eines bedeuten: frischen Apfelsaft. Einen Teil fand ich im Kühlschrank, den Rest eingefroren. Gute Idee. Macht nicht nur viel weniger Arbeit, als wenn man den Saft kocht, es bleiben auch viel mehr Inhaltsstoffe erhalten. 

Trester enthält noch viele Inhaltsstoffe
Den Trester hat mein Mann auf einem Backblech ausgebreitet und auf dem Ofen getrocknet. Das wird ein Super-Futter-Zusatz für unsere Pferde im Winter. Hinzu kommen noch Hagebutten, die wir noch sammeln müssen. Damit wollen wir aber bis nach dem ersten Frost warten, weil dann der Vitamin-C-Gehalt am höchsten sein soll.

Die Reste geschälter Äpfel trockne ich für Apfeltee, danach kommen die Schalen auf den Kompost und zurück in den Garten. :-)



Ansonsten gab es noch Apfelkuchen, Apfelstrudel mit Vanillesauce, Apfelmus, Apfeltee ... ;-)

Apfelstrudel mit Vanillesauce
Pancake mit Apfelmus





Dienstag, 4. Oktober 2016

Picknick mal anders

Vor ein paar Tagen traf ich mich mit einer Freundin zum Spielen mit den Pferden. Solche Treffen verbinde ich gern mit einem Picknick. Man hat dann noch die Möglichkeit, bisschen zu quatschen, während man den einen oder anderen Happen zu sich nimmt. 

Meine Mutter hat früher zwei Scheiben Brot mit Butter beschmiert, auf die eine Wurst oder Käse gelegt und dann alles zusammengeklappt. Wenn man dieses Doppeldeckerbrot noch in mundgerechte Happen schneidet, kann man mit anderen gut teilen. Das waren immer interessante Erfahrungen. Revolutionär war es, ein hart gebratenes Ei auf dieses Brot zu legen oder - wie schräg - Gemüse statt der Wurst zu nehmen. ;-)

So langsam erholt sich unsere Gesellschaft von den Entbehrungen der Kriege des letzten Jahrhunderts. Das spiegelt sich auch in unserem Essen wieder. Ich habe mein Schulbrot gehasst. Häufig ist es abends auf dem Nachhauseweg in hohem Bogen in der Jauchegrube gelandet - die flossen damals in den 70er noch ungehindert durchs Dorf und waren normal. Oder es verschimmelte im Ranzen. Das war übel, denn da konnte schon das eine oder andere Schulheft drunter leiden. Ich habe mir damals keine Gedanken darüber gemacht, wo das Essen her kam. Entscheidend war: Schmeckt es oder nicht!

Aber zurück in die Gegenwart. Es befassen sich inzwischen ja viele Menschen mit Alternativen zu unseren gewohnten Speisen. Neulich sah ich einen Beitrag im Fernsehen, in dem eine Food-Bloggerin gerollte Weizen-Tortilla-Fladen als Schulbrot anpries. Das war die Idee für mein Picknick! :-)

Erstmal musste ich das passende Rezept finden. Einfach nach Tortilla zu suchen, bringt nicht weiter, da Tortilla auch so eine Art Omelett in Spanien ist. Mit Weizen-Tortilla-Fladen hatte ich dann mehr Glück. Aber die Rezepte unterscheiden sich schon sehr. Ich habe mich für dieses einfache Rezept entschieden:


Weizenmehltorillas

Das brauche ich dafür:

200 g Mehl, 150 ml Wasser, 1 TL Backpulver, 1/2 TL Salz

Alle Zutaten miteinander verrühren, 15 min. ruhen lassen. Der Teig ist recht weich, deshalb muss er auf einer gut bemehlten Fläche ausgerollt werden. Die etwa 1 mm dicken Fladen in einer beschichteten Pfanne ohne Fett von beiden Seiten kurz backen. Wenn die Fladen länger gebacken werden, trocknen sie aus und lassen sich nicht mehr rollen. Deshalb darauf achten, dass die Pfanne schön heiß ist.

Die Tortillas können auch aus anderen Mehlsorten hergestellt werden. Aber hier bitte auf die Konsistenz des Teigs achten. Dinkelmehl ist beispielsweise durstiger als Weizenmehl.



Fülle womit du magst:

Ich habe einen Fladen mit Pflaumenmus bestrichen und mit einer Banane belegt. Man könnte auch noch gehackte, geröstete Nüssen drauf streuen und statt des Muses Erdnussbutter nehmen. Die pikante Variante besteht aus Senf und einem Wiener Würstchen.

                
Statt Pflaumenmus kannst du auch
Erdnussbutter nehmen
Wer es herzhaft mag, kann gut
Fleischreste in der Tortilla einrollen











Essensreste einwickeln

Diese Tortillas sind auch sehr gut geeignet, um Essensreste zu verbrauchen. 

Gyrosrolle:

Den Fladen mit Tzatziki bestreichen, die Reste des Gyros und Kraufsalat daraufgeben und einrollen.

Chili-con-carne-Rolle:

Saure Sahne oder Cremè fraiche auf den Fladen streichen, Chilireste darauf - fertig. Lecker! :-)

Quarkrolle:

Den Quark gut abtropfen lassen - am besten über Nacht - dann mit Obst und Honig oder Xucker vermischen, auf die Fladen streichen. Weil der abgetropfte Quark schön fest ist, kann diese Rolle auch gut das alte Pausenbrot ersetzen.


Also ran an die Fladen!







Montag, 3. Oktober 2016

Weniger Grenzen - mehr Vielfalt

Das Jahr, indem DDR und BRD wieder ein Land wurden, teilt mein Leben in zwei Teile. In der DDR aufgewachsen, ausgebildet, drei Kinder geboren, war ich in dem Jahr an dem Punkt, wo ich mich fragte, was denn noch im Leben kommt. Dass man aus der Rolle tanzen kann, war mir nicht klar, das wurde mir früh aberzogen: Es war klar, wo ich krankenversichert war. Es gab ja nur eine Kasse. Der Vergleich der Konditionen bei den verschiedenen Kreditinstituten lohnte sich nicht, war ja alles zentral geregelt. Das Einkaufen war einfacher, weil man gekauft hat, was da war und nicht die Woche über mit Aktionsflyern überschüttet wurde. Die Kinder wurden betreut, während ich arbeitete. Aber eine Wahl hatte ich nicht. Das hat mich damals nicht gestört, weil ich noch so jung war und mit drei kleinen Kindern und einem 40-Stunden-Job genug um die Ohren hatte. 

Ich bin froh, dass diese Zeiten vorbei sind. Manchmal nervt es mich, dass ich schon wieder eine Entscheidung treffen muss. Aber: Ich treffe sie. Niemand anderes, keine Behörde. Ich konnte studieren, ohne dass ich einer Partei angehören musste. Ich konnte meine Jugendträume leben und bin glücklich darüber. Natürlich war das Leben in der "neuen Welt" nicht immer einfach, aber ich finde, es war wert, diesen Preis zu bezahlen. Den Preis der Bequemlichkeit. 

Ein Hoch auf die Vielfalt: auf Broiler, Kinderkrippen, Weißwurst und Mallorca.


Habt alle einen schönen Tag der deutschen Einheit mit euren Freunden! :-)

Montag, 26. September 2016

Meine erste Fischsuppe

Ich liebe Fisch. Ich wurde quasi mit Fisch großgezogen: Dorsch mit Petersiliensoße, saurer Hering, Sahnehering, grüner Hering mit Bratkartoffeln, Aalquappen in Gelee, gebratener Hornfisch, Sprotten mit Brötchen, frisch geräucherter Bückling, Heringssalat ... Mir tropft der Zahn, wenn ich daran denke. 

Als ich vor einigen Monaten mit meinem Geschwistern in unserer Geburtsstadt unterwegs war, kamen wir natürlich an Fisch nicht vorbei. Es war herrlich, am Hafen zu sitzen bei einem leckeren Fischgericht. Die Gerüche brachten so viele schöne Augenblicke unserer Kindheit zurück. 

Seit Fisch zu einem Luxusgut geworden ist, steht er bei mir selten auf dem Speisenplan. Meist habe ich aber etwas TK-Kabeljau im Gefrierschrank. Aktuell findet sich dort auch noch Rotbarsch, aber den hebe ich mir für die nächste Woche auf. Da mache ich Backfisch mit Kartoffelsalat draus. ;-)

Gestern war also der Kabeljau dran. Ich wollte mich das erste mal an einer Fischsuppe probieren. Deshalb habe ich das Internet nach Rezepten durchforscht. Mir war danach klar, dass ich eine weiße Suppe haben wollte. Die hatte ich noch nie gegessen. Ich brauchte neben Fisch also noch was zum Binden und Weißwein. Alles gefunden, also ran an die Suppe!


Fischsuppe, gebunden

Das brauchte ich dafür:

1 Glas Fischfonds, 200 ml halbtrockenen Weißwein, 1 mittelgroße Zwiebel, 20 g Butter, 3 mittelgroße, mehligkochende Kartoffeln, 100 ml Schlagsahne, eine Handvoll TK-Gemüse, Salz, Pfeffer

Die Zwiebel habe ich in kleine Würfel geschnitten und in der heißen Butter glasig werden lassen. Die Kartoffel habe dann klein geschnitten dazu gegeben, kurz angehen lassen und danach Weißwein und Fischfonds aufgefüllt. Das musste jetzt mit geschlossenem Deckel so lange kochen, bis die Kartoffeln gar waren. Inzwischen habe ich den Fisch in kleine Stücke geschnitten.

Nach etwa 20 Minuten waren die Kartoffeln gar, so dass ich sie im Topf pürieren konnte. Danach habe ich die Sahne hinzugegossen, alles aufkochen lassen und mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Ich hatte nur schwarzen, aber der fiel später in der Suppe nicht auf. ;-) Danach das Gemüse und den Fisch rein. Das Gemüse war überhaupt nicht aufgetaut, der Fisch angetaut. Ich habe die Suppe noch etwa zehn Minuten leicht simmern lassen. Danach stand sie noch zehn Minuten rum. Danach war alles gar. Ein letztes Mal abschmecken, essen.

Das war eine wirklich leckere Suppe. Die Kartoffeln waren nicht herauszuschmecken, die Säure des Wein war genau richtig, um den Fisch zu unterstützen. Leckeres Abendessen.

Sonntag, 25. September 2016

So viel Brokkoli

Mir war gar nicht klar, dass wir so viel Brokkoli im Haus haben. Wir haben eingekauft, weggelegt, aber ohne System. Wie sagt man doch: "Der Schuster trägt die schlechtesten Schuhe", oder? Ich als Logistiker bewahre mir mein Fachwissen ganz offensichtlich auch fürs Berufsleben auf. Irgendwie sinnfrei. Jetzt wird hier aber so richtig aufgeräumt. ;-)

Es geht also dem Brokkoli an den Kragen. Was habe ich für Möglichkeiten? Brokkolisuppe habe ich schon häufig gemacht. Aber bei den warmen Temperaturen habe ich auf Suppe so gar keinen Appetit. Braten wäre gut und dazu etwas Frisches. Klops mit Joghurtsauce war der Ansatz.


Brokkolibratlinge

Dafür brauchte ich:


400 g TK-Brokkoli (den wir reichlich haben, komplett auftauen), 50 g Emmentaler (habe ich gekauft, reiben), 40 g Semmelbrösel (aus altem, selbst gebackenem Brot hergestellt), 2 Bio-Eier (die habe ich von Annegret und Manfred bekommen), 1 TL Wasabi (der vegetierte im Kühlschrank so vor sich hin), 1 EL Schweineschmalz (das hatte ich noch, Kokosfett war alle), 3 EL griechischen Joghurt (den musste ich kaufen), 1 EL Lauchzwiebelringe (leider nicht aus dem Garten), Salz (das hat wohl jeder zu Hause), Brotreste (vom Frühstück übrig)


Den Brokkoli habe ich klein geschnitten. Pürieren war mir zu matschig, ich habe gerne etwas zwischen den Zähnen. Die anderen Zutaten habe ich untergerührt, flache Klopse von etwa 8 cm Durchmesser geformt und diese bei mittlerer Hitze gebraten, damit sich auch alles gut verbinden kann.

Möhrensalat stand noch im Kühlschrank, den Joghurt habe ich pur genommen und nur ein paar Lauchzwiebelringe drübergestreut. (Die habe ich meinem Liebsten abgezwackt, der heute Abend Flammkuchen kredenzen will.)

Bei dem Brot rechts im Bild handelt es sich um Fladenbrot, das mein Mann vor ein paar Tagen gebacken hat. Das schmeckte nicht mehr ganz frisch, deshalb habe ich es in der Pfanne mit Olivenöl ganz langsam gebraten. Das war sehr lecker!

Samstag, 24. September 2016

Neuer Urlaub - neues Projekt - Resteessen

Es liegen wieder zwei aufregende Wochen vor mir: Urlaub! Kein Urlaub ohne irgendein Projekt. In meinem Februarurlaub begann ich mit dem Barfußgehen, in diesem Urlaub kümmere ich mich mal um unsere Vorräte.

Wir haben reichlich Stauraum in unserem Haus, eine Kühl-Gefrier-Kombi, eine Kühltruhe, reichlich Schränke ... Die sind immer voll, obwohl wir von Notstand weit entfernt sind. 

Als meine Kinder noch zu Hause lebten. Wir haben immer einen Essenplan für eine Woche erstellt, danach habe ich eingekauft. Von dieser Liste haben wir dann die gegessenen Gerichte weggestrichen. Am Ende der Woche waren die Vorräte verbraucht, es wurde neu eingekauft. Aber irgendwann später hat es sich eingeschlichen, dass wir uns einen Grundstock an Lebensmitteln angelegt haben - nur, um es zu Hause zu haben. Das frisst Lagerplatz, verbraucht Strom und wird durch das lange Lagern nicht besser. 

Diesen Vorräten soll es jetzt an den Kragen! Ich bin gespannt, welche neuen Gerichte daraus entstehen. Hier werde ich darüber berichten. Also sei gespannt.

Sonntag, 4. September 2016

Caramelsirup gegen Herbstblues

Verregneter Sonntag? Mein Rezept: Sofa, Feuer im Ofen, einen alten Hollywood-Schinken und ein leckeres Heißgetränk - so richtig süß. Ja, das hilft den Endorphinen auf den Weg. Also schnell in die Küche. Ich will mich schon mal auf den Ernstfall vorbereiten, denn der Herbst steht vor der Tür. ;-)

Dafür brauche ich nur Zucker und Wasser. Aber aufpassen! Zucker brennt leicht an und schmeckt dann bitter.

Caramelsirup

Rezept:

500 g Zucker, 500 ml kochendes Wasser

Den Zucker in einen breiten Topf geben und langsam auflösen. Es dauert eine Weile, bis er sich auflöst. Aber ab diesem Zeitpunkt ist höchste Aufmerksamkeit geboten, denn jetzt kann der Zucker leicht anbrennen. Damit der langsam und gleichmäßig karamellisiert - gut rühren. Auf dem Foto kannst du sehen, welche Farbe er etwa haben sollte, wenn das Wasser hinzugefügt werden kann.


Zuerst verklumpt der Zucker, aber keine Sorge. Er löst sich schnell im Wasser auf. Jetzt noch eine Messerspitze gemahlene Vanille hinzugeben.

















Den fertigen Sirup fülle ich in Pfandflaschen mit Bügelverschluss, die ich vorher mit kochendem Wasser ausgespült habe. Er kann jetzt einige Wochen im Kühlschrank gelagert werden. Aber ich glaube nicht, dass er diese Zeit ungeschröpft überlebt. Wenn ich so rausschaue, ist gerade heute ein guter Tag, um aufs Sofa zu gehen, den Ofen anzufeuern und mit einem Caramel Macchiato einen guten Hollywood-Schinken anzuschauen ...