Dienstag, 16. Februar 2016

Ich habe tief und fest geschlafen

Jetzt, nachdem ich zwei Wochen Urlaub hinter mir habe, sollte ich eigentlich ausgeruht sein. Die letzte Nacht war allerdings unglaublich: Ich habe tief und fest geschlafen, so dass ich nicht mal mitbekam, dass mein Mann aufstand. Und das kam so:

Gestern Abend lag ich entspannt auf dem Sofa, Füße und Beine gewohnheitsgemäß in eine Decke gewickelt und schaute mir eine alte Kamelle an. Meine Füße waren kalt, aber anders als gewöhnlich. Normalerweise habe ich das Gefühl, dass meine Körperwärme direkt durch die Füße abgezogen wird - so, als wenn ich eine offenen Leitung habe, aus der das Wasser fließt. Deshalb habe ich immer alles getan, um das zu verhindern:

  • isolierte Einlegesohlen für die Schuhe
  • selbstgestrickte Wollsocken
  • Lammfell in meinen Reitschuhen
  • Hausschuhe mit dicker Sohle, damit die Kälte des Steinbodens von mir wegbleibt.
Das Angebot ist groß. Ins Bett musste mich manchmal sogar eine Wärmflasche begleiten, weil ich mit eiskalten Füßen einfach nicht einschlafen kann. Da kann der restliche Körper heizen, wie er will: Die Füße verweigern sich der Wärme. 

Wie auch immer, gestern war es anders. Meine Füße waren nicht besonders warm, aber sie schmerzten mich nicht, auch nicht die Gelenke. Es fühlte sich OK an. Außerdem fühlten sie sich breit und dick an - nicht krankhaft, sondern so, als wenn sie sich ausdehnen, ihre Grenze suchen. Die Fußsohlen und die Seiten kribbelten etwas. Das war ganz angenehm. Meine Füße wurden immer wärmer, aber nicht schwitzig. Die haben quasi die Heizung aufgedreht, denn mein ganzer Körper wurde schon kuschelig warm. Ich musste mir keine zweite Decke überwerfen. Kann das so einfach sein?

Mir kam die Idee, dass ich meinen Füßen einfach die Autonomie genommen hatte mit all meinen Schutzmaßnahmen. Ich stelle mir das so vor, wie bei einem Kind, dem die Eltern alle Hindernisse aus dem Weg räumen. Das ist schließlich nicht in der Lage, selbst Entscheidungen zu treffen und für ein Wohlergehen zu sorgen. Hört sich logisch an. Ich werde das also heute beobachten. Gleich fahren wir zum Einkaufen, da werde ich wohl Schuhe anziehen. Es ist einfach zu kalt. Wer also dieses Experiment auch mal wagen will, dem rate ich, noch ein paar Wochen zu warten. 
Gestern war mein erster Barfußtag. Wir hatten -1°C und matschigen Schnee. Aber das kann einen Wassermann nicht von seinem Experiment abschrecken.

Glücklicherweise habe ich Urlaub und kann ganz entspannt auf Schuhe und Strümpfe verzichten. Nach dem Aufstehen, bin ich in diese also gar nicht erst hereingeschlüpft - trotz der Bedenken, dass meine Füße heute so nach und nach abfrieren könnten. Die Kälte zog durch die Fußsohlen in die Sprunggelenke. Aber ich habe das einfach mal so hingenommen. Gegen kalte Füße wurde in meinen verschiedenen Quellen Bewegung empfohlen. Ich hüpfte also immer mal durch die Gegend oder wippte auf den Füßen. Das half. Außerdem habe ich meinen Oberkörper warm eingepackt. Wer schon mal was vom Herrn Kneipp gehört hat, erinnert sich sicherlich an Kalt-Warme-Wechselbäder. Ich bin deshalb auch einfach mal raus in den Schnee. Nur kurz natürlich. Aber der Schock half. Meine Füße waren nach kurzer Zeit durch die schnellere Geschwindigkeit des Blutes ganz warm. So wagte ich zwei Stunden später sogar den Weg zur Mülltonne - durch den Schnee. War cool. Ich hatte vorher noch nie Fußabdrücke im Schnee gesehen.

Ungewohnt war der Ballengang. Um nicht weiterhin mit dem Hacken zuerst aufzutreten, musste ich mich etwas konzentrieren, aber schon bald war das Aufsetzen auf dem Ballen selbstverständlich. Vielleicht erinnerte sich mein der Körper daran, dass ich so schon als Kind gelaufen war.

Ich habe Schuhe in allen möglichen Farben, Wollsocken in allen möglichen Designs. Nackte Füße geben dagegen so gar nichts her. Sie schreien nach Farbe. So habe ich mir also mitten im Winter die Zehnägel lackiert.

Erkenntnis des Tages: Ich bin zu verpimpert! Der Körper regelt die Temperatur selbst. Meine Zehen sind noch nicht abgefroren. Ich werde also weitermachen.

Montag, 3. November 2014

Kuschelig in den Herbst starten


Richtig kuschelig warm das neue Teil. Dabei handelt es sich aber keineswegs um eine neue Mützenkreation. Auf meinem Kopf habe ich den Rohling für einen Filzpuschen in Größe 45. Sehr schön warm. :-)


Filzpuschen sind schnell gemacht. Für diesen "Kopfschmuck" habe ich 1,5 Stunden benötigt - ein Fernsehfilm ohne Werbung also. Da kann man sich leicht ausrechnen, wie lange es dauert, alle Lieben zu bepuschen. Gestrickt wird glatt rechts - zuerst offen und dann in Runden. Nach dem Schließen der Rücknaht einfach in die Waschmaschine und bei 40 °C - kein Sparprogramm - kräftig walken. Am besten noch ein paar Tennisbälle mit in die Waschmaschine legen und nur ein Paar zur Zeit schrumpfen. Hinterher noch das Flusensieb auf Rückstände prüfen.




So sehen die Puschen vor dem Waschen und Zusammennähen aus. Wolle gibt es im Fachhandel oder bei den Discountern. Aldi hat die Wolle gerade als Paket mit Stricknadeln im Angebot. Eine ausführliche Anleitung mit der Tabelle für die verschiedenen Größen liegt ebenfalls bei. Dafür muss von EUR 6,99 bezahlen. Bei Lidl gab's die Wolle schon für EUR 3,50 pro Paar. Also immer die Augen aufhalten, das lohnt sich.

Nachdem meine Enkeltochter ihre Puschen bekommen hatte, meldete sich ihr Bruder auch gleich mit dem Wunsch nach neuen Hausschuhen. Filzpuschen scheinen ein Selbstläufer zu sein.