Ich bin immer viel Barfuß gelaufen. Ich liebe es, mit nackten Füßen die Erde, das Gras, die kleinen Zweige zwischen dem letztjährigen Laub zu spüren. Aber nie wäre ich auf die Idee gekommen, dass mein Barfußgang schlecht für meinen Körper ist. Keine Arzt oder Orthopäde, kein Krankengymnast oder Osteopath, der mir je das Barfußgehen empfohlen hat, gab mir einen Hinweis auf die richtige Technik.
In meinem Blog und verschiedenen Posts habe ich in den letzten Tagen diverse Wortmeldung erhalten in dem Tenor: "Selbstverständlich laufe viel barfuß, besonders häufig natürlich im Sommer und am Strand." Diese Leute bitte ich mal, genau jetzt die Schuhe auszuziehen und loszumarschieren. Vermutlich hört man jetzt ein deutliches Bummern bei jedem Schritt. Wenn meine Kinder früher barfuß durch die Wohnung getobt sind, hat sich auch so angehört. Dann habe ich immer gesagt: "Zieht bitte Hausschuhe an, ihr seid barfuß zu laut." Wenn du das Bummern gehört hast, dann fühle doch jetzt mal, welchen Teil des Fußes du zuerst aufsetzt. Es ist die Ferse, oder? ;-) Die Ferse macht den Krach - nicht, weil sie uns ärgern will: Sie kann nicht anders. Denn sie besteht aus einem Knochen, der ungebremst in unsere Stille kracht. Der Vorderfuß ist ähnlich aufgebaut wie Finger und Mittelhand. Da die Knochen mit Muskeln und Sehnen verbunden sind, kann er flexibel aufsetzen. Jetzt versuche mal, mit dem Ballen aufzutreten. Leiser? Kein Schmerz mehr in der Ferse? Super! :-)
Ich startete dieses Experiment mit dem Wissen, dass es einen Ballengang gibt. Wie der genau aussieht, war mir zu dem Zeitpunkt nicht bekannt. War mir auch egal, da ich bei diesem Experiment die Geheimnisse des Barfußgehens erforschen will. Ich habe also versucht, zuerst auf dem Ballen aufzukommen. Das fühlte sich merkwürdig an. Ich kam wie vor wie ein Storch, der durch die Wiesen stelzt. Aber so ist es oft mit ungewohnten Bewegungen. Das geht solange, bis sie uns zur Gewohnheit werden. Also habe ich aufgehört an den Ballengang zu denken. Wenn ich schmerzhaft mit der Ferse aufstieß war schließlich klar: Das war kein Ballengang! ;-) Also halte dich nicht mit Technik auf, sondern fühle. Dein Körper hat schließlich genau so gelernt zu gehen. Das Wissen ist noch in dir.
Gestern Abend wollte ich aber doch mal wissen, was die Welt so zum Ballengang mitzuteilen hat und habe Youtube durchforstet. Interessent war ein Online Seminar mit Wim Luipers zur "Heilkraft des Gehens". Darin wurde wunderbar erklärt, wie unser Körper in der Bewegung funktioniert. Es werden auch einige Übungen zum Lockern des Körpers gezeigt.
Dass wir Erwachsenen so viel von der Natürlichkeit unserer Kindheit verloren haben, ist schon erschreckend. Gestern habe ich meinen 5-Jährigen Enkelsohn zum Schwimmunterricht begleitet, und die Kinder bummerten barfuß durch die Halle. Sogar in dem Alter haben sie den Ballengang schon verlernt. Zu Hause und im Kindergarten tragen sie Hausschuhe, die meist eine ziemlich starre Sohle haben. Die Schuhe und Stiefel gerade der ganz Kleinen, gehen oft bis über die Knöchel und haben Fußbetten. So können die Kinder ihre Muskeln in den Füßen nicht trainieren. Wir Eltern tragen die Verantwortung für die Haltungsschäden unserer Kleinen. Hier ist Umdenken angesagt!
Das Wetter ist leider immer noch nicht so, dass ich draußen barfuß laufen könnte. Da ich auch bald wieder ins Büro muss, brauche ich eine Lösung. Der Prototyp für meine neuen Barfußschuhe ist fertig. Das hat Stunden gedauert, die zu entwickeln. Am Ende setzte ich meine ursprüngliche Lösung durch, die ich wegen "zu einfach, das kann nicht funktionieren" gar nicht erst umgesetzt hatte. So ist das manchmal. Ich muss mehr auf meine Intuition hören. Sie ist ja offensichtlich laut genug, dass ich sie hören kann.
Für alles gibt es Lösungen, aber nicht jede Lösung ist einfach. Manchmal reicht praktischer Menschenverstand, um ein Problem zu lösen. Ich benutze am liebsten so wenig wie möglich. Wie ich das mache, was ich dabei erlebe, beschreibe ich in diesem Blog.
Mittwoch, 24. Februar 2016
Montag, 22. Februar 2016
Zeigt her eure Füße, zeigt her eure Schuh'
Ich weiß nicht warum, aber seit ich barfuß laufe, sprühe ich vor Energie. Freiwillig gehe ich an Arbeiten, die ich immer vor mir hergeschoben habe - und sie nerven mich beim Erledigen nicht. Hinterher freue ich mich sehr, dass das Ungeliebte endlich erledigt ist.
Aber ich bin nicht nur hoch motiviert. Ich bin auch kurzentschlossen! Heute ging es meinen Schuhen an den Kragen. Wer braucht schon Schuhe, wenn er barfuß läuft?
Einfach mal, um einen Überblick zu bekommen, habe ich alles, was greifbar war, in meinem Zimmer aufgestapelt: Sandaletten, Flipflops, Slingpumps, normale Pumps, Highheels, Turnschuhe, Pieptoes, Stiefel, Stiefeletten, Crocs ... Das waren zweieinhalb Waschkörbe voll mit all den verschiedenen Fußbekleidungsmitteln, die frau so zur Verfügung stehen. Einige der Schuhe hatte ich nie getragen. OK, es gibt Menschen, die deutlich mehr Schuhe zur Deko in ihrem Schrank haben, als ich. Aber trotzdem tut es mir in der Seele weh. Die Dinger haben ja mal Geld gekostet. Ich hatte sie ja auch zu einem bestimmten Zweck gekauft. Nun, nicht immer decken sich Angebot und Nachfrage, so dass auch bei mir ein paar Paare immer noch auf ihren Einsatz warten. Damit ist jetzt Schluss!
Ich habe mir also jedes Paar genau angeschaut: Plateausohle? Weg! Hohe Absätze? Weg! Fußbett? Weg! Am Ende lag da noch ein Paar türkisfarbene Ballerinas, die ich nie sehr mochte, Aber sie haben das Rennen gemacht. Gegen all die hochpreisigen, stylischen und todchicen Schuhe habe sich Ballerinas durchgesetzt? Warum? Nun, dafür muss ich etwas ausholen;
Pumps sind klassische Frauenschuhe. Sie sind wunderbar. Dadurch, dass man in ihnen auf dem Ballen steht, richtet sich der ganze Körper auf. Das Becken kommt nach vorne, die Schultern gehen zurück, der Brustkorb weitet sich. - Probiere das mal aus, wenn du ein passendes Paar greifbar hast. - In flachen Schuhen, wie Ballerinas, ist der ganze Körper irgendwie schlaff - außer dem achtet sehr auf seine Haltung und verfügt über eine entsprechend geschulte Muskulatur. - Außer meiner Freundin Anemone habe ich noch keine Frau mit einer ansprechenden Haltung in Ballerinas gesehen. - Wenn ich auf der gesamten Fußsohle stehe, fällt irgendwie alles in sich zusammen: Das Becken kippt ab, die Schulter fallen nach vorne, der Brustkorb wird zusammengedrückt. Das ist weder sexy noch gesund.
Aber warum haben die Ballerinas heute gewonnen? Ganz einfach, ich habe in ihnen heute den Ballengang geübt. War nicht so toll wie in den Huaraches, aber OK. Früher bin ich in den Ballerinas immer im Fersengang spaziert. Da knallt dann die Ferse auf den Untergrund, und die Schockwelle schwingt durch den ganzen Körper. Dafür, dass ich so "gesunde" flache Schuhe getragen hatte, schmerzten mir dann abends die Fersen. Das ist ja jetzt Geschichte! Katja übt sich im Ballengang. Und ich kann euch sagen: Den beherrsche ich. Gut, ich habe ihn nicht jetzt auf die Schnelle gelernt, aber als Kleinkind. Mein wunderbarer Körper hat sich daran erinnert und los ging's. Manchmal wird dieses alte Programm von dem später Erlernten noch etwas attackiert, aber damit komme ich klar. ;-)

Heute Nachmittag habe ich mit dem Eindruck von heute Morgen mal den Ballengang in meinen Boots versucht. War ein Fehlversuch. Die dicke Sohle ließ es einfach nicht zu, dass ich über den Mittelfuß abrollen konnte. Ein beweglicher Mittelfuß scheint also für den Ballengang unverzichtbar zu sein.
Zur Belohnung bin ich danach noch schön eine halbe Stunde mit Hund und Mann durch den Wald spaziert. Das war zwar mit C+3 ziemlich kalt, aber mein Körper fühlte sich mit jedem Schritt besser an.
Wer sich dafür interessiert, wie ich meinen Schuhen auf den Leib gerückt bin, der kann es hier sehen.
Aber ich bin nicht nur hoch motiviert. Ich bin auch kurzentschlossen! Heute ging es meinen Schuhen an den Kragen. Wer braucht schon Schuhe, wenn er barfuß läuft?
Einfach mal, um einen Überblick zu bekommen, habe ich alles, was greifbar war, in meinem Zimmer aufgestapelt: Sandaletten, Flipflops, Slingpumps, normale Pumps, Highheels, Turnschuhe, Pieptoes, Stiefel, Stiefeletten, Crocs ... Das waren zweieinhalb Waschkörbe voll mit all den verschiedenen Fußbekleidungsmitteln, die frau so zur Verfügung stehen. Einige der Schuhe hatte ich nie getragen. OK, es gibt Menschen, die deutlich mehr Schuhe zur Deko in ihrem Schrank haben, als ich. Aber trotzdem tut es mir in der Seele weh. Die Dinger haben ja mal Geld gekostet. Ich hatte sie ja auch zu einem bestimmten Zweck gekauft. Nun, nicht immer decken sich Angebot und Nachfrage, so dass auch bei mir ein paar Paare immer noch auf ihren Einsatz warten. Damit ist jetzt Schluss!
Ich habe mir also jedes Paar genau angeschaut: Plateausohle? Weg! Hohe Absätze? Weg! Fußbett? Weg! Am Ende lag da noch ein Paar türkisfarbene Ballerinas, die ich nie sehr mochte, Aber sie haben das Rennen gemacht. Gegen all die hochpreisigen, stylischen und todchicen Schuhe habe sich Ballerinas durchgesetzt? Warum? Nun, dafür muss ich etwas ausholen;
Pumps sind klassische Frauenschuhe. Sie sind wunderbar. Dadurch, dass man in ihnen auf dem Ballen steht, richtet sich der ganze Körper auf. Das Becken kommt nach vorne, die Schultern gehen zurück, der Brustkorb weitet sich. - Probiere das mal aus, wenn du ein passendes Paar greifbar hast. - In flachen Schuhen, wie Ballerinas, ist der ganze Körper irgendwie schlaff - außer dem achtet sehr auf seine Haltung und verfügt über eine entsprechend geschulte Muskulatur. - Außer meiner Freundin Anemone habe ich noch keine Frau mit einer ansprechenden Haltung in Ballerinas gesehen. - Wenn ich auf der gesamten Fußsohle stehe, fällt irgendwie alles in sich zusammen: Das Becken kippt ab, die Schulter fallen nach vorne, der Brustkorb wird zusammengedrückt. Das ist weder sexy noch gesund.
Aber warum haben die Ballerinas heute gewonnen? Ganz einfach, ich habe in ihnen heute den Ballengang geübt. War nicht so toll wie in den Huaraches, aber OK. Früher bin ich in den Ballerinas immer im Fersengang spaziert. Da knallt dann die Ferse auf den Untergrund, und die Schockwelle schwingt durch den ganzen Körper. Dafür, dass ich so "gesunde" flache Schuhe getragen hatte, schmerzten mir dann abends die Fersen. Das ist ja jetzt Geschichte! Katja übt sich im Ballengang. Und ich kann euch sagen: Den beherrsche ich. Gut, ich habe ihn nicht jetzt auf die Schnelle gelernt, aber als Kleinkind. Mein wunderbarer Körper hat sich daran erinnert und los ging's. Manchmal wird dieses alte Programm von dem später Erlernten noch etwas attackiert, aber damit komme ich klar. ;-)

Heute Nachmittag habe ich mit dem Eindruck von heute Morgen mal den Ballengang in meinen Boots versucht. War ein Fehlversuch. Die dicke Sohle ließ es einfach nicht zu, dass ich über den Mittelfuß abrollen konnte. Ein beweglicher Mittelfuß scheint also für den Ballengang unverzichtbar zu sein.
Zur Belohnung bin ich danach noch schön eine halbe Stunde mit Hund und Mann durch den Wald spaziert. Das war zwar mit C+3 ziemlich kalt, aber mein Körper fühlte sich mit jedem Schritt besser an.
Wer sich dafür interessiert, wie ich meinen Schuhen auf den Leib gerückt bin, der kann es hier sehen.
Sonntag, 21. Februar 2016
Let it be
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| Auch Füße müssen das Loslassen lernen |
- die erwachsenen Kinder loslassen
- alte Gewohnheiten loslassen
- vermeintliche Pflichten loslassen
- eine alte Liebe loslassen
Manchmal geht es aber auch um das Loslassen im direkten Sinne, physisch. Das merkte ich die beiden Male, die ich bisher mit meinen Huaraches unterwegs war. Am rechten Fuß drückte mich jedes Mal der Knoten. Der ist nicht dicker als auf der linken Seiten und befindet sich zwischen dem großen und dem zweiten Zeh. - Ist das jetzt der Zeigezeh? Also: großer Zeh, Zeigezeh, Mittelzeh, Ringzeh und kleiner Zeh, wenn ich das Bezeichnungssystem der Hand übernehme. Warum heißt es dann nicht Daumenzeh? Und warum gibt es keinen schönen Namen für den kleinen Finger, den wir dann auf den kleinen Zeh übertragen könnten? Wir brauchen Namen für unsere Zehen! - Wie auch immer, in diesem Zwischenraum zwischen dem großen Zeh und seinem Nachbarn sitzt der Knoten der Schnur, mit der ich die Huaraches gebunden habe. Das hat ganz schön gedrückt beim Aufsetzen des Vorfußes. Ich versuchte also, meine Muskeln zu entspannen. Ich habe meinen Fuß gebeten, einfach mal nichts zu machen - fällt mir immer schwer, aber meine Körperteile sollen das bringen. Frechheit! - Aber mein Fuß konnte das - einfach nicht mehr festhalten. Als er die Schnur zwischen den beiden Zehen spürte, hat der wohl gleich auf Flipflop-Programm umgeschaltet und sich brav an die Sohle geklammert. Bislang dachte ich immer, dass Flipfloplaufen gut für mich ist. Aber die Füße konnten sich dabei nachweislich nicht entspannen.
Ich habe erwartet, dass meine Füße vom Barfußlaufen entspannter werden und so auch die Schuhe besser "vertragen". Das scheint aber nicht der Fall zu sein. Schon in den ersten Tagen, hatte ich beim Tragen von Schuhen den Gedanken: "Ausziehen!" Der ganze Körper fühlt sich ohne die Schuhe viel freier an. Als ich neulich im Restaurant war, bin ich unterm Tisch sofort aus meinen Highheels gestiegen. Meine Füße entwickelten dort ein Eigenleben. Sie bewegten sich eigenständig, so dass sie warm blieben. Sind Füße autonom? Gibt es ein Überlebensprogramm in unserer DNA, dass uns unbewusst in Bewegung hält, wenn's zu kalt wird? Warum bewege ich mich nicht, wenn ich am Schreibtisch sitze? Wenn mir zu kalt ist, ziehe ich mir eben noch eine Jacke über. Manchmal komme ich auf die Idee, die Treppe einmal runter und wieder hoch zu laufen. Aber nur ganz selten. ;-) Inzwischen ist das anders. meine Füße bewegen sich immer mal wieder, Die Zehen wackeln, der Fuß bewegt sich hin und her. Das war in Socken auch nicht so intensiv. Vielleicht können Füße das Überlebensprogramm nicht starten, wenn sie in Hüllen stecken, sind paralysiert? Na, ich werde das gewiss nicht erforschen, aber die Beobachtung finde ich interessant.
Meine Wahrnehmung hat sich verändert. Ich merke jetzt beim Stehen, dass ich Knickfüße habe. Früher habe ich das nur im Spiegel gesehen. Ich bin gespannt, ob sich da was tut. Abgeknickte Sprunggelenke wirken sich auf die Statik des ganzen Körpers aus. Das habe ich leidvoll erfahren, als ich Einlagen zur Korrektur dieser Fehlstellung verordnet bekam. Ich habe mich dann gegen die Einlagen für Schmerz- und Bewegungsfreiheit entschieden - und für Knickfüße. ;-)
Heute morgen habe ich nach zwei Tagen Pause mal wieder mein Morgenyoga gemacht. Dabei war ich ganz überrascht, wie stabil ich in den Kriegerpositionen war. Meine Muskeln scheinen aktiver zu sein und den Körper besserauszubalancieren. Das ist eine gute Entwicklung, die ich natürlich im Auge behalten werde.
Kurz zum Yoga: Es gibt ganz tolle Videos bei Youtube. Mit diesem starte ich in den Tag. Es dauert eine gute Viertelstunde und streckt die im Schlaf verkürzten Muskeln ganz wunderbar.
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